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Koblenzer CSD ein voller Erfolg – Podiumsdiskussion umstritten

Verein zur Förderung des Koblenzer CSD e.V.

Koblenzer CSD ein voller Erfolg – Podiumsdiskussion umstritten

Der diesjährige Christopher Streets Day zog am 17. und 18. August viele Menschen auf den Platz an der Liebfrauenkirche. Zwei Tage wurde dort mit einem bunten Programm unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister David Langner die Vielfalt der Stadt Koblenz gefeiert.

Der CSD-Förderverein bedankt sich bei allen beteiligten Kooperationspartnern, Sponsoren, Künstlern und ganz besonders bei den Gästen für einen rundum gelungenen CSD und freut sich schon auf das nächste Jahr.

Das Konzept des neu angetreten Organisationsteams kam in der Community als auch bei Anliegern und Bevölkerung sehr gut an. Viele Einzelhändler in der Stadt hatten ihre Schaufenster dekoriert und zeigten somit Solidarität für gleiche Rechte und Toleranz und gegen Diskriminierung.

Die zweitägige Veranstaltung verlief friedlich und ohne größere Zwischenfälle und laut Auskunft des Ordnungsamts Koblenz kam es an den beiden Tagen zu keinerlei Beschwerden. Lediglich wurde bemängelt, dass die Toiletten am Freitagabend frühzeitig seitens der Stadt geschlossen wurden, da innerhalb der Stadtverwaltung die Information, dass diese dem Veranstalter zur Verfügung stehen, nicht richtig kommuniziert wurde. Dies konnte jedoch geklärt werden, so dass am Samstag die Toiletten vollumfänglich zur Verfügung standen.

Einzig bei der vierzigminütigen Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag kam es zu Unruhe aufgrund der Beteiligung der AFD. Entgegen offizieller Verlautbarungen der Polizei kam es nicht während, sondern vor der Podiumsdiskussion zu einem Farbbeutelwurf auf den geladenen AFD-Vertreter. Auch wurde dieser während seiner Redezeiten auf dem Podium vom Publikum ausgebuht.

Der Verein zur Förderung des Christopher Street Days e.V. distanziert sich ganz klar von dieser Aktion eines Einzeltäters. Vor Ort wurde sofort Kontakt zur Polizei aufgenommen, um die Lage auf dem Platz einzuschätzen. Gemeinsam mit der Polizei wurde entschieden, dass der AFD-Vertreter Joachim Paul zum sicheren Verlassen des Platzes polizeilichen Geleitschutz bekommt. Darüber hinaus wurde die Lage als sicher betrachtet und keine weiteren Maßnahmen ergriffen.

Im Gegensatz zu früheren Podiumsdiskussionen in den vergangenen Jahren, bei denen die AFD ebenfalls vertreten war, stieß die Entscheidung des Vereins, alle gewählten Parteien des Koblenzer Stadtrats zur Podiumsdiskussion einzuladen und vor dem Hintergrund der anstehenden Kommunalwahl im nächsten Jahr diese Runde auf Anfrage zu erweitern, in diesem Jahr auf scharfe Kritik. Da sich die Podiumsdiskussion jedoch mit kommunalen Aspekten der Gleichstellungspolitik beschäftigte, wurden alle Stadtratsfraktionen angefragt, ob sie an der Diskussion teilnehmen möchten.

Nach der Podiumsdiskussion konnte jedoch die Stimmung auf dem Platz schnell wieder eingefangen werden. Das folgende Programm mit Philipp Iskariot, Keye Katcher, Lukas Otte, Jay Oh, Diana Schneider und Zweiland stieß auf sehr gute Resonanz und wurde durch die Moderation von Dörthe Dutt, die selbst auch einige Nummern darbot, perfekt abgerundet. Auch die Idee die Moderationen durch das Auftreten von Dr. Magnus Hirschfeld, dargestellt von Benjamin Merkler, mit Informationen zur LSBTI-Geschichte der letzten 150 Jahre anzureichern fand Zuspruch. Zum Schluss heizten die Sugarbros – ebenso wie die verschiedenen DJs am Freitagabend so richtig ein. Auch die beiden Aftershowparties am Freitag und Samstag waren gut besucht und es wurde noch bis tief in die Nacht gefeiert.

In die Planungen für das kommende Jahr sollen nun die verschiedenen Rückmeldungen miteinfließen. Da jedoch das Gesamtkonzept, den CSD wieder auf den Platz an der Liebfrauenkirche zu bringen und mit inhaltlichen Akzenten anzureichern, überwiegend sehr positiv betrachtet wurde, soll dies auch als Grundlage für die Planungen 2019 dienen. „Natürlich gibt es immer Dinge, die man noch verbessern kann und diese greifen wir auch gerne auf“, so Benjamin Merkler, Vorsitzender der Planungsgruppe: „aber es freut uns sehr, dass es von allen Seiten – Publikum, Vereinsständen, Parteien und Bevölkerung – überwiegend Lob und Anerkennung gab. Insbesondere die gute Zusammenarbeit mit der Pfarrei Liebfrauen und den Platzanliegern ist uns wichtig und soll weiter ausgebaut werden.“

Auch die Veranstaltungen der Pride Weeks im Vorfeld des CSD waren teilweise sehr gut besucht. Erfreulich war, dass auf Initiative von Patrick Zwiernik (Grüne) und Sebastian Beuth (Die Partei) doch eine Demonstration stattfand, nachdem der Förderverein sich entschlossen hatte, sich ganz auf das Straßenfest zu konzentrieren. Erste Ideen, diese kooperative Zusammenarbeit im nächsten Jahr von Beginn an auszubauen, bestehen bereits.

3 Antworten

  1. Daniel sagt:

    Meint Ihr, dass die AfD nach einer Machtergreifung dafür dann auch mit Euch verständnisvoller umgeht? Wie kann man so naiv die eigenen Feinde stärken?

  2. Torsten maikranz sagt:

    Ja der Samstag war sehr schön auf dem Csd Koblenz. Freitag mit den Djs war nicht so dolle fand ich. Der Platz der Bühne war schlecht gewählt, aber das lag auch an dem kleinen Platz an der Kirche. Das Programm auf der Bühne, Sänger, Sänger, Sänger!!! Ein Zauberer oder ein travestie Künstler, zusätzlich zu Dörthe Dutt hätte das Programm noch bereichert. Aber naja vielleicht im nächsten Jahr, macht weiter so.

  3. Ketzer sagt:

    Es hätte sicherlich nicht geschadet, hier eine klare Stellungnahme zu den offen queerfeindlichen Forderungen des AfD-Vertreters einzufügen und zumindest die Gründe für die Buhrufe und den berechtigten Unmut zu erläutern.

    Warum lasst ihr diese Gelegenheit ungenutzt? Versteht ihr unter „Meinungsfreiheit“ inzwischen etwa schon, dass man sogar als CSD-Veranstalter in einer eigenen Mitteilung „neutral“ bleiben muss, was offene Queerfeindlichkeit angeht?

    Ich hielt schon die Einladung des AfD-Vertreters an sich für falsch. Mit diesem Text, in dem ihr euch vom Farbbeutelwerfer distanziert, aber nicht die Gelegenheit nutzt, den unerträglichen Auftritt des AfD-Vertreters politisch einzuordnen und euch dazu zu positionieren, setzt ihr noch einen obendrauf.

    Ihr tut unseren politischen Anliegen mit diesem unnötig ängstlichen Gebaren sicherlich keinen Gefallen.

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